Depression – Besuch von meinem Monster

Depression – Besuch von meinem Monster

Besuch von meinem Depression-Monster

Im Augenblick belastet mich das Monster, das auf meiner Brust sitzt und mich frech angrinst, am meisten. Mit dem “Monster” meine ich den Druck auf meinen Brustkorb. Seit einiger Zeit ist es wieder zu Besuch. 

Während meiner akuten Depression war mein Monster ein ständiger Begleiter. Nun sitzt es wieder auf mir rum… dick, fett und hässlich (es ist bestimmt sehr haarig, schrumpelig und schielt). Es hindert mich am Durchatmen, schnürt mir die Luft ab, drückt meine Stimmung und bringt mich zum Weinen. Ich mag es nicht! 

Darf ich vorstellen? Mein Monster!

Die ersten Monate mit meinem Monster waren die schwierigsten, weil ich nicht damit umgehen konnte. Ich wusste nicht, woher es kam, oder was es war. Die sachliche Erklärung eines Masseurs half mir ein Stück weiter. Er meinte, ich stünde so unter Druck und wäre so angespannt, dass sich mein gesamter Oberkörper verkrampft. Das erklärt dann auch die Rückenschmerzen, die auftauchen, wenn das Monster lang genug zu Gast ist. In Folge atme ich auch nicht mehr richtig durch, einfach, weil es anstrengend ist gegen einen verkrampften Brustkorb anzuatmen. Dadurch fühle ich mich noch unwohler und verkrampfe noch mehr. 

Depression und Atmung

Genau an dem Punkt bin ich jetzt wieder. Inzwischen habe ich dafür das Herannahen einer Depression ein viel besseres Gespür bekommen. Mir fällt nun selber auf, dass meine Atmung relativ oberflächlich abläuft. Leider habe ich es offensichtlich noch nicht gelernt, Vorzeichen besser zu erkennen und es gar nicht so weit kommen zu lassen. Zuerst dachte ich, es läge daran, dass ich das Antidepressivum langsam absetze. Aber ich glaube, das ist es nicht. Inzwischen gebe ich der Corona-Stimmung die Hauptschuld. Ich muss keinem erklären, was sich alles geändert hat. Darunter leiden wir ja alle. Ich bin sicher, dass es sehr vielen Menschen gerade so geht wie mir. 

Mir fällt es zunehmend schwerer einkaufen zu gehen. Ich bin ein recht kommunikativer Mensch und ich finde es immer schön mit den Menschen, die mir im Supermarkt begegnen, ein paar Worte zu wechseln. Total belangloses Zeug, aber ich mag diesen offenen Umgang mit meinen Mitmenschen. Jetzt sind die Gesichter hinter einer Maske versteckt und als wäre das nicht schon deprimierend genug, guckt einem auch keiner mehr in die Augen. Warum gucken alle auf den Boden und vermeiden Blickkontakt? Leute! Wir stecken uns nicht über einen Blickkontakt an! Ein ehrliches, von Herzen kommendes Lächeln – auch das hinter einer Maske – erreicht die Augen. Wäre es nicht viel netter, uns mit einem Augen-Lächeln zu begegnen? Nonverbale Kommunikation ist wichtig! Ich glaube sogar, sie war noch nie so wichtig wie heute!

Die nervige Maske

Maske tragen, Corona sei Dank!

Diese Masken sind ein richtiges Übel! Mal abgesehen von der fehlenden Mimik. Ich glaube nicht, dass es gesundheitsschädlich ist, wenn wir die Maske für eine halbe Stunde beim Einkauf tragen (für die Angestellten, die die Dinger stundenlang tragen müssen, sieht das in meinen Augen schon wieder anders aus!). Aber ich glaube auch nicht, dass es irgendwem etwas nützt. Für mich ist die Maskenpflicht ein Riesen Mumpitz um Angst zu schüren. Welch  Plan auch immer dahinter steckt: mich nerven die Dinger! Nicht nur, weil meine Brille ständig beschlägt, sondern auch sie hindert mich am Durchatmen. 

Am liebsten hänge ich nur auf den eigenen Quadratmetern rum. Hier werde ich von der angespannten Stimmung halbwegs verschont und muss auch keine Maske tragen. Ich stelle auch fest, dass ich immer weniger telefoniere. Telefonieren gehört auch in normalen Zeiten nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber jetzt mag ich es noch viel weniger. Letztlich redet man sowieso immer nur über Corona. Ein sehr ungesunder Kreislauf. Ich brauche soziale Kontakte, vermeide sie aber, weil sie sich dann doch nicht richtig gut anfühlen. 

Corona füttert definitiv mein Monster und meine Depression!

Meine Anti-Monster/Anti-Depression-Strategie

Meine Freundin Kirsten hat mich zu Recht an die Meditation erinnert. Warum vergesse ich in Zeiten, in denen es mir nicht gut geht, eigentlich immer was ich tun kann, damit es mir wieder gut geht. So schwer ist es doch gar nicht. Außerdem habe ich heute meine Heilpraktikerin aufgesucht. Akupunktur hat mir in der Vergangenheit auch immer recht gut geholfen. Außerdem hat mir meine Mutter eine Packung Hanftee geschenkt. Das soll ein echtes Wundermittel sein. Es ist legal zu kaufen. Ihr bekommt es inzwischen sogar in den Drogeriemärkten. Die Blüten und die Blätter der Hanfpflanze habe sehr positive Eigenschaften: 

  • wirken sich positiv auf die Verdauung aus
  • stärken das Immunsystem
  • sind stimmungsaufhellend
  • wirken krampflösend
  • sind beruhigend und schlaffördernd
Lernen im Wald
Lernen ist eine gute Ablenkung!

Zu meiner Anti-Monster-Strategie gehört außerdem, mich voll und ganz in meine Heilpraktiker-Ausbildung zu stürzen. Ich möchte die Zeit auf meiner Insel sinnvoll nutzen, dann fühlt sie sich nicht wie verlorene Zeit an. Außerdem ist es gut sich zu fordern. Und gefordert wird man bei dieser Ausbildung mehr als genug!

Ich hoffe, dass ich so mein Monster in den Hintern getreten bekomme und es sich dahin trollt, wo es hingehört!

https://majonb.de/2020/04/12/das-bin-ich/
https://majonb.de/2020/04/29/das-macht-man-nicht/

Ein Tipp für alle, die gerne meditieren würden, aber nicht wissen wie:

https://www.7mind.de/

 

4 Comments

  1. Toller artikel! Ich habe das gerade auch so oft, ich lächle menschen gerne an um ihren tag hoffentlich zu verschönern. Es macht mich traurig zu merken, dass das über die augen selten ankommt. Menschen achten da weniger drauf. ich frage mich dann oft was bei ihnen ankommt und wie die fehlende kommunikation auf sie wirkt… man kann nur sein bestes geben. Liebe Grüße dir und halte durch!

    • Hallo Richard,
      vielen Dank für dein Feedback und danke für deine netten Worte! Ich gebe dir recht. Wir müssen dran bleiben und lächelnd durchs Leben gehen. Ich stelle an mir selber fest, dass ich inzwischen die Menschen häufiger einfach direkt anspreche. Die meisten reagieren erfreut und es kommt ein kleiner netter Austausch zustande. Das verringert die Distanz, die durch das Tragen der Maske geschaffen wird. Liebe Grüße zurück an dich, und ich hoffe du liest weiterhin fleißig mein Blog!

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