Eine schwierige Woche

Eine schwierige Woche

Die Woche hatte einen schlechten Start. Mir ging es überhaupt nicht gut. Mein Monster hatte definitiv die Oberhand.

Eine Freundin hat mir den Vorschlag gemacht nicht immer von meinem Monster, sondern besser von einem Monster zu sprechen. Sie meint, ich kann mich dann vielleicht davon distanzieren und gebe ihm weniger Gewicht. Ich habe viel darüber nachgedacht. Nun habe ich beschlossen bei meinem Monster zu bleiben. Es ist nun mal genau so, es ist mein Monster. Es ist sehr persönlich und genau auf mich zugeschnitten. Mein Monster gibt es nur ein mal. Tatsächlich ist mir bewusst geworden, dass wir – mein Monster und ich – am besten miteinander klarkommen, wenn ich es akzeptiere. Dagegen anzukämpfen kostete einfach zu viel Energie. Ich denke es wird nie ganz verschwinden, aber vielleicht werden die Abstände, in denen es zu mächtig wird, mit der Zeit immer länger.

Und so bin ich es auch angegangen. Ich habe akzeptiert, dass es mir ging, wie es mir ging. Also habe ich den Anfang der Woche auf dem Sofa verbracht. Zu mehr war ich nicht zu gebrauchen. Diesen Zustand hatte ich schon häufiger. Nur fand ich mich deshalb diesmal nicht selber doof. Diesmal habe ich mir keine Selbstvorwürfe gemacht, habe nicht bewertet, sondern war nett zu mir und habe es akzeptiert.

Tatsächlich ging es mir diesmal schnell besser. Mitte der Woche hörte ich auf zu heulen und inzwischen kann ich wieder lachen. Das Monster ist kleiner, aber noch da. Ich höre in mich rein und entscheide was geht und was nicht geht – ganz ohne Druck. Und so habe ich diese Woche eben nicht gekocht, habe eine Verabredung abgesagt, habe nicht für meine Ausbildung zur Heilpraktikerin gelernt. Ich habe ganz viel nicht getan. Und vor allem habe ich mir das nicht vorgeworfen!

4 Comments

  1. Hut ab!
    Wenn ich Deinen Text lese, hört es sich so einfach und so logisch an, aber ich weiß selbst, dass es alles andere als leicht ist !
    Einfach zu akzeptieren, dass es halt gerade ist wie es ist, empfinde ich als eine riesen Herausforderung.
    Es ist schön zu lesen, dass Du für Dich einen Weg gefunden hast mit Deinem Monsterchen umzugehen.

    • Danke Samii!
      Ja, es war auch ein wirklich weiter Weg. Ich habe viel Glück mit den Menschen um mich rum. Sie haben einen großen Anteil daran, dass ich heute deutlich besser klarkomme.

    • Eine psychische Erkrankung kann man leider nicht sehen. Daher wird es noch schwerer die Erkrankung auch als solches zu akzeptieren.
      Aber gegen was soll man kämpfen?
      Gegen ein nichts, was solche macht über dich hat um dein Leben zu verändern?!
      X Bezeichnungen fallen mir zu dieser Erkrankung ein:
      Monster,
      Dämonen,
      Hirnnormade,
      arschloch
      schwarzer Hund.

      https://youtu.be/1UiA32Qv4yE

      Bis zu diesem Kurzfilm, kämpfte ich einen extrem mühsamen, für mich unlogischen Kampf gegen ein „nichts“ Nun heißen sie bei mir Dämonen und der Kampf hat nun einen Sinn für mich..denn wer will denn bitte Dämonen in seinem Kopf haben ;).

      Ich verfolge deinen Blog mit zunehmender Bewunderung.
      Deine klaren und berührenden Worte, Wecken in mir noch einen viel größeren Kampfgeist, gegen meine Dämonen zu kämpfen ..und dafür möchte ich mich bei dir bedanken.

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„Kämpfe nicht gegen dich selbst, sondern richte dich in dem Leben ein, das dich froh macht.“

Anne Gesthuysen

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