Der Schamane

Der Schamane

Eine ganz neue Erfahrung für mich

Diese Woche war ich bei einer Schamanin. Das war mehr ein Zufall, von alleine wäre ich nicht auf diese Idee gekommen. Die Osteopathin, bei der ich in Behandlung war, arbeitet auch als Schamanin und bietet schamanische Reisen an. Ich musste erstmal lesen was so ein Schamane eigentlich macht und was Schamanismus überhaupt ist.

Ich habe viele Berichte über rituelle Tänze und Trancezustände durch Drogen gefunden. Es gibt unzählige Berichte über Seelenrückführung und Geisterbeschwörung. Alles nicht mein Ding! Ich bin nicht so der esoterische Type. Aber ich bin ausgesprochen neugierig und offen für Neues! Also habe ich weiter gesucht.

Es gibt wirklich interessant Artikel, in denen nicht durch Drogen hervorgerufene Trancezustände beschrieben werden, sondern Schamanismus aus der Sicht des modernen Therapeuten. Wie gesagt, ich bin kein spiritueller oder esoterischer Mensch, aber ich bin gläubig.  Ich glaube fest an die Heilungskräfte der Natur und ich glaube auch, dass es Energien gibt, die wir mit moderner Wissenschaft nicht nachweisen können.

Wenn man sich mit dem Thema Naturheilkunde beschäftigt, stellt man sehr schnell fest, dass es im Grund in der traditionellen Heilung einer jeden Kultur, immer um den Fluss und das Gleichgewicht von Energien geht. Um Balance und Ausgeglichenheit und um Blockaden, die zu Krankheiten führen. Psychische und organische Erkrankungen gehen dabei Hand in Hand und sind nicht voneinander zu trennen.

Beim Verband freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und psychologischer Berater e.V.  (https://www.vfp.de) habe ich folgenden Artikel gefunden:

Was ist Schamanismus?

In Europa fast schon ausgestorben, erfährt der Schamanismus seit den 80er Jahren eine Renaissance. Verwunderlich ist es nicht, stehen wir doch an einem Punkt, der dringend einer Neuorientierung der Beziehung zu unserer Umwelt bedarf. Der moderne Schamanismus greift dabei auf altes Wissen der Naturvölker zurück und bezieht die Erkenntnisse aus der modernen Wissenschaft ein.

Mittlerweile hat sogar die WHO den Schamanismus als offizielle, der Psychotherapie gleichgestellte, Therapiemethode anerkannt.

Den Schamanismus selbst gibt es schon etwa seit 40.000 Jahren. In jeder Kultur dieser Erde waren Schamanen die ersten Ärzte, Priester, Heiler und Therapeuten in einer Person. Bei den Naturvölkern begleiten Schamanen durch ihre Heilarbeit seit Jahrtausenden Kranke, gestalten Rituale und Zeremonien und erhalten Hilfe aus der geistigen Welt.

Man nimmt an, dass das Wort „Schamane“ aus dem sibirischen Raum stammt und so viel bedeutet, wie der „Wissende“ oder der „Sehende“. Ein Schamane ist ein Sehender, ein Reisender zwischen den Welten und dadurch auch ein Vermittler. Auf seinen Reisen wird der Schamane von Trommeln, Rasseln, Rhythmen oder psychoaktiven Substanzen in die Trance begleitet. In diesen anderen Bewusstseinsebenen lässt er sich von seinen spirituellen Helfern leiten.

Ziel ist es, andere Aspekte der Realität hinzuzuziehen, die sich dem Zugang über die reale Welt entziehen.

Unsere moderne Gesellschaft hat das schamanische Wissen durch die Wissenschaft verdrängt und durch die Schulmedizin und Psychotherapie ersetzt. So gibt es für den Schamanen in unserer Gesellschaft auch keine echte Entsprechung. Authentisch schamanisches Wissen finden wir heute nur noch bei einigen wenigen Naturvölkern.

Dörthe Huth (M.A.)
Psychologische Beraterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie, Seminarleiterin und Autorin von „Lass los und werde glücklich“.
www.doerthe-huth.de

Meine schamanische Reise

Ich habe also eine schamanische Reise gemacht. Ohne psychoaktive Substanzen, aber mit einer Trommel!

Die Trommel hat mir etwas Probleme bereitet. Zunächst fiel es mir wirklich schwer mich darauf einzulassen. Mein spontaner Gedanke war: „Was für ein Hokuspokus“. Ich erwischte mich dabei, das Geschehen nun doch wieder von der rationalen, wissenschaftlichen Seite zu betrachten: Die Zellen sind zu einem sehr hohen Prozentsatz mit Wasser gefüllt. In einem mit Wasser gefüllten Glas kann man Trommelgeräusche oder Bässe „sichtbar“ machen. Das Wasser gerät in Schwingung. Warum soll das in unseren Zellen nicht genau so sein? Bässe und Trommelgeräusche können körperlich wahr nehmen. Vielleicht können diese Schwingungen tatsächlich Blockaden lösen. Warum nicht?

Nachdem ich für mich eine Erklärung gefunden hatte, konnte ich mich endlich entspannen und mich auf die schamanische Reise einlassen. Das Trommeln war auch nur eine kurze Einleitung. Was die Schamanin tatsächlich machte, kann ich nicht sagen. Ich lag mit geschlossenen Augen auf dem Rücken und habe sie nicht beobachten können. Irgendwann legte die Therapeutin die Hand auf meinen Bauch. In etwa da wo der Magen sitzt. Ich merkte, dass sich meine Atmung dadurch veränderte. Ich wurde immer ruhiger und die Geräusche im Haus und von der Straße interessierten mich immer weniger. Irgendwann war ich ganz weit weg. Ich glaube nicht, dass ich geschlafen habe. Der Zustand erinnerte ich eher an eine Hypnose. Ich weiß nur noch, dass ich mich noch nie so entspannt gefühlt habe und ich jedes Zeitgefühl verlor.

Und jetzt?

Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht!

Ich kann nicht behaupten, dass mein Monster nun weg ist, aber es ist deutlich weniger präsent als in den Wochen davor. Mein Magen macht ebenfalls weniger Probleme. Ob das nun an der schamanischen Reise liegt oder an etwas anderem, ist für mich zweitrangig. Die Erfahrung war spannend und kam der Hypnosetherapie nahe, die ich in der Reha gemacht habe. Vielleicht tut sich noch mehr, wenn ich den Dingen etwas Zeit lasse.

Angeblich hat ein Schamane die Macht das Leben zu verändern. Aber das möchte ich ja gar nicht. Ich möchte nur mein Monster besänftigen.

https://majonb.de/2020/05/06/depressionen/

https://freiraum-institut.ch/schamanismus/

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