Die Garten-Therapie

Die Garten-Therapie

Gartenarbeit ist ein super Antidepressivum

Gartenarbeit ist bei meiner Therapeutin hoch im Kurs. Moderate körperliche Betätigung, Ruhe, viel Licht und viel frische Luft. Genau die richtige Kombination für einen an Depressionen erkranken Menschen und ein hervorragender Ausgleich für nicht erkrankte Menschen. Man könnte auch von Garten-Therapie sprechen.

Ich mochte Gartenarbeit schon immer. Als Kind hatte ich meinen eigenen Mikrogarten im ebenfalls sehr kleinen Garten meiner Eltern. Die Osterglocken mochte ich besonders. Meine Güte war ich sauer, als mein Hase, der ausgebüchst war, sich ausgerechnet über meine Lieblingsosterglocke hermachte!

Unser Traum vom eigenen Garten

Inzwischen haben wir uns unseren Traum vom kleinen Haus mit eigenem Garten erfüllt. Zum Glück haben wir ein Eckgrundstück und unser Außenbereich ist kein schmaler, langer Schlauch wie heute leider üblich. Seit wir vor drei Jahren hier eingezogen sind, haben mein Mann und ich den Garten komplett umgekrempelt. Aus dem pflegeleichten und einfallslosen Rasen-Rabatte-Bodendeckereinerlei ist ein – wie ich finde – echter Hingucker-Garten geworden. Wir sind sehr stolz drauf.

Mein Mann ist eine echte Wasserratte. Deshalb ist der neu angelegte Gartenteich sein Bereich. Der Rest fällt unter meine Fuchtel. Uns beiden ist eine naturnahe Gestaltung, mit möglichst abwechslungsreichen Lebensbereichen für Insekten, Igel und Vögel wichtig. Deshalb jagen auch nicht jedem „Unkraut“ nach.

So sah der Garten vor drei Jahren aus

Meine Therapeutin ist wie gesagt von meinem Hobby/meiner Garten-Therapie begeistert. Seit ich bei ihr mit der Therapie begonnen habe, hat sich viel für mich verändert. Ich hinterfrage und beäuge kritisch meine Gewohnheiten und befinde mich in einem nicht enden wollenden Lernprozess. Mit dem Ergebnis bin ich bisher sehr zufrieden, ich bin eindeutig lockerer und entspannter geworden und gestehe mir selbst sehr viel mehr zu. Außerdem formuliere ich klarer meine Wünsche und Bedürfnisse oder was mich stört. Schön ist, nicht nur mir ist die neue Version von mir lieber, sondern meinen Kindern und meinem Mann auch – sagen sie zumindest. Nun ist mir bewusst geworden, dass auch meine Arbeit im Garten meine Veränderung widerspiegelt.

Früher gab es immer „Gartentage“. Da musste an einem Tag der Garten komplett tipptopp in Schuss gebracht werden, und zwar nicht, wenn ich Lust dazu hatte, sondern dann, wenn ich es mir fest für dein einen Tag vorgenommen hatte. Es artete immer in Stress aus und abends war ich genervt und total platt. Das war definitiv keine Garten-Therapie, das war Stress!

erste Erfolgserlebnisse
Nicht nur im Garten tut sich viel

Inzwischen gehe ich fast täglich durch den Garten, zupfe hier etwas rum, scheide dort etwas weg und genieße meine Garten-Therapie sehr. Größere Arbeiten fallen natürlich auch an, aber die erledige ich dann, wenn ich total Lust darauf habe. Und wenn nicht, dann eben nicht. Mir ist total egal, ob meine Nachbarn das Unkraut stören könnte. Ich mache es weg, wenn es MICH stört!

Tatsächlich glaube ich, dass das mein wichtigster Fortschritt ist. Mich interessiert es zunehmend weniger was andere über mich denken. Da ist zwar noch Luft nach oben, aber ich arbeite dran. Aber das, was ich diesbezüglich bis jetzt erreicht habe, ist sehr befreiend!

https://majonb.de/2020/05/11/auszeit/

https://blickinsgruene.de/gartentherapie/

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„Kämpfe nicht gegen dich selbst, sondern richte dich in dem Leben ein, das dich froh macht.“

Anne Gesthuysen

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